04. Mai 2010
Jem hat eine Gabe, die sie zur Aussenseiterin macht - sie kann in den Augen ihres Gegenüber sein Todesdatum lesen. Allein diese ungewöhnliche Idee liess mich sofort zu diesem Buch greifen und es dann nach recht atemlosen Lesen wieder absetzen. Hier stimmt einfach alles. Ein packender Plot, spannend und mitreissend, mit Jem und dem Jungen Spinne, den Jem eher widerwillig kennenlernt sind zwei sehr fesselnde Hauptfiguren gefunden worden. Rachel Ward hat hier nicht nur eine verdammt gute Geschichte erzählt sondern auch soviele Gefühle und Situationen geschildert, die Jugendliche meistern müssen - vielleicht nicht auf die komplett gleiche Art wie unsere Helden, aber doch, soviele Gedanken kommen einem bekannt vor. Das Buch gefiel mir einfach verdammt gut, bis zur letzten Seite war ich beeindruckt. Was für ein Debüt! Danke für dieses tolle Jugendbuch, ich kann es nur empfehlen!
Tags: erste Liebe, Erwachsen werden, Flucht, Jugendbuch, Roman, Spannung
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02. Mai 2010
Finn wird langsam aber sicher unsichtbar. Er hat fast schon Angst, selbst zu verschwinden. Kann diese seltsame Farblosigkeit etwas damit zu tun haben, das sein Vater gestorben ist? In seinem Tagebuch hält Finn die Erinnerungen fest, die er mit seinem Vater verbindet, die neue Struktur der Tage, die ihm so fremd vorkommt und fragt sich immer wieder: wird er irgendwann wieder sichtbar werden? Finn gestaltet sein Tagebuch mit Zeichnungen und schreibt sich die ganzen Dinge, die er weder mit seiner Mutter noch mit seinem Bruder besprechen kann, von der Seele. Das zu lesen, das rührt einen an, man fragt sich zusammen mit Finn, warum manche Dinge so passieren. Es ist schwer ein Buch zu beurteilen, das etwas so individuelles wie Trauer behandelt. Es wählt jedenfalls eine sehr schöne Idee aus, mit der Finn seine Gefühle ausdrückt - vielleicht gibt es irgendwo einen anderen 12jährigen, dem es genauso geht…ich kanns mir jedenfalls vorstellen…
Tags: Comic, Familie, Jugendbuch, Sterben, Tagebuch, Tod, Trauer, Vater-Sohn
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30. April 2010
Ein ganz angenehm geschriebener, kurzweiliger Krimi, der eine kleine Insel in den schwedischen Schären, Sandhamn zu ihrem Schauplatz wählt. Spielt im Sommer, fängt die flirrende Atmosphäre Schwedens gut ein und ist nicht ganz so durchsichtig wie man meinen könnte. Ich bin ja keine große Krimi-Leserin und bevorzuge immer Krimis, in denen die Ermittler eine etwas größere Rolle spielen - hier kam ich da voll auf meine Kosten. Habe den Krimi sehr genoßen!
Tags: Inselleben, Krimi, Schweden
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30. April 2010
Mal keine Belletristik, sondern Lyrik - in einem sehr niedlichen Format gestaltet in unaufdringlicher, schlichter Schönheit - kleine, feine Fischgedichte. Und die sind so charmant, witzig und anders, das man dieses Buch nicht nur jedem Lyrikfreund, nein auch jedem Aquariumsbesitzer…Sammler von Kuriositäten…der netten Patentante…dem Kollegen…eigentlich…also…ALLEN schenken kann und sollte. Weil jeder von uns ein bisschen Fisch braucht. Und gerne schmunzelt - und das kann man bei diesem Bändchen eigentlich ununterbrochen.
Tags: Fisch, Gedichte, Geschenk, Humor, Lyrik, Witzig, Wortwitz
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29. April 2010
Es juckt einen ja in den Fingern, ganz viel zu diesem wieder äußerst epischen Roman von Irving zu schreiben - gibt es doch soviel zu interpretieren, zu bemerken, zu entdecken. Und doch kann ich kurz sagen: Hat mir sehr gut gefallen, las sich schnell und mit Vergnügen! Der Roman hat zwar, irvingtypisch durchaus ein paar kleinere Längen, über diese kann ich jedoch großzügig hinwegsehen. Irving hat hier seine (für mich persönlich) am liebenswertesten Charaktere erschaffen. Seine Spielerei mit Namen und vorallem die Beschreibungen von kulinarischem haben Charme und wecken immer wieder die Lust auf mehr. Trotzdem hat der Roman seine Ecken und Kanten, sein Unangepasstes, einige Schrägheiten und Skurrilitäten, wie man das von Irving gewohnt ist. Ich denke sowohl alte Irving-Fans kommen voll auf ihre Kosten als auch Neueinsteiger - ich jedenfalls war nach diesem Irving wieder absolut von seinem Können überzeugt. Wer mich auf 832 Seiten immer wieder zu überraschen weiss, trotz das einige Motive bereits aus früheren Romanen bekannt sind und mich trotzdem auf hohem, literarischen Niveau unterhält und mich zwischendurch lachen und weinen läßt - der kann es einfach!
Tags: Baumfäller, Drama, Familie, Flucht, Koch, Liebe, Roman, Schrifsteller, Schräg, Skurril, Tragisch, Witzig
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25. April 2010
Wie der Titel vermuten lässt, dreht sich alles in diesem Roman um die Irin Paula Spencer. Hier wird eine Figur gezeichnet, der sonst vielleicht nicht soviel Aufmerksamkeit seitens der Literatur entgegengebracht wird - Doyle gelingt das sehr einfühlsam, das Buch wirkt weder effekthascherisch noch aufgesetzt sondern einfach nur ehrlich. Hart und manchmal fast zu ungeschönt, aber genau das ist es, was diesen Roman abhebt. Paulas täglicher Kampf um trocken zu bleiben, sie die ehemalige Alkoholikerin, die putzen geht um das Geld für sich und ihre 2 noch zuhause lebenden Kinder zu verdienen, die ihren eigenen Dämonen nachjagen. Es ist kein Krimi und dennoch hält man zeitweise fast den Atem an und fragt sich: Schafft Paula es? Wie wird sie weitermachen? Das macht für mich ein wirklich gutes Buch aus!
Tags: Alkohol, Alkoholikerin, Co-Abhängigkeit, Familie, Irland, Kampf, Roman, Sucht
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24. April 2010
Ein toll gestaltetes Kleinod bei Suhrkamp. Eine ganz junge Autorin, ein schmales, kleines Buch und ein ganz großes Thema: der Tod. Elisabeth Rank hat hier einen ganz wunderbaren Roman geschrieben, mit trauriger, so schöner Sprache, ganzen Sätzen die ich mir herausschreiben wollte, weil sie so sehr den Kern der Sache trafen. Und sie hat es geschafft über ein tiefes, trauriges Thema, den Tod eines geliebten Menschen und die Verzweiflung so berührend zu schreiben, das ich immer mal innehalten musste, weil es mich berührte. Sie hat darüber hinaus aber noch die Generation der jungen Menschen heute so passend gezeichnet und über Freundschaft so intensiv geschrieben, das ich eigentlich nur noch frage: Und was schreiben Sie als nächstes? Ich will es lesen!
Und hier gehts zum ebenfalls tollen Blog: http://mevme.com/lizblog/
Tags: Fahren, Freundschaft, Gefühl, Liebe, Reise, Roman, Tod
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22. April 2010
Es ist schwer das Buch in Worte zu fassen - geht einem ja manchmal so, wenn man sehr begeistert ist - ich sage mal vorneweg: das Buch lohnt den Kauf absolut! Was als ruhige, fast schon idyllische Familiengeschichte in Kanada auf einer Milchfarm beginnt, das entwickelt sich nach und nach zu einer sehr dichten, spannenden Geschichte die einen ganz gefangen nimmt - den ein Ereignis im Leben der Familie Ward, das Auftauchen des jungen “River” verändert alles - auf eine Art, die sich niemand vorstellen konnte. Ein unglaublich guter Roman den man wirklich ungerne aus der Hand legt. Für mich eine schöne Entdeckung, sehr empfehlenswert!
Tags: Drama, Erwachsen werden, Familie, Familiengeschichte, Farm, Kanada, Liebe, Veränderung
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20. April 2010
Grisham hat hier nicht sein bestes Werk verbrochen. Die Krimihandlung ist nicht so ausgeprägt obwohl es Morde gibt, es ist im Bezug auf die Atmosphäre der Südstaaten gelungen - auch die Problematiken der damaligen Zeit, Rassentrennung und das zum Teil fatale Rechtssystem der USA werden aufgegriffen. Dennoch - das Buch mutet mehr wie ein Roman an, ein durchaus ordentlicher, mit einigen sehr interessanten Figuren - aber so recht Spannung will nicht aufkommen. Wer Grisham mag, der kann zugreifen, solange er keinen Thriller erwartet - dafür die Geschichte einer Kleinstadt, eines eigenwilligen, jungen Zeitungsverlegers und seiner spannendsten Interviewpartnerin….
Tags: Gerichtsverhandlung, Journalismus, Kleinstadt, Krimi, Rassismus, Rechtssystem, Roman, Südstaaten, Zeitung
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16. April 2010
Ich lese selten Biographien - hier aber besitze ich das Buch schon sehr lange. Hugo Egon Balder war nämlich mal zur Lesung bei uns in der Stadtbibliothek und ich dürfte, damals noch Azubi, den Büchertisch machen. Ich war großer Fan von “Genial daneben” und dementsprechend aufgeregt. Als er dann kam, stellte ich mich vor und sagte “Zimtfisch, ich mache heute abend ihren Büchertisch!” und er entgegnete trocken “Balder, ich lese heute hier“. Das kam so trocken und die darauffolgende Lesung die er sehr frei gestaltete fand ich so klasse, das die Biographie es auch zu mir schaffte. Hugo Egon Balder hatte keine “Blitzkarriere”, es war eher ein stetes Dranbleiben, Weitermachen, mit vielen Stationen bei Bands, Radio, dem Fernsehen…es las sich schnell und auch durchaus spannend, auch wenn natürlich viele Namen mir aufgrund meines Alters und meines wenigen Fernseh-Konsums nicht sagten. Ich habs gern gelesen, Hugo Egon Balder ist ein interessanter Mensch mit Ecken und Kanten der es versteht sich in seiner Biographie auch selbst nicht zu ernst zu nehmen.
Tags: Biographie, Fernsehen, Genial daneben, Karriere, Moderator, Musik, Radio, Witzig
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