Archiv für die Kategorie ‘L’

Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück - Francois Lelord

Montag, 15. Februar 2010

Dieses Buch stand seit über einem Jahr harmlos im Regal herum. Nun hatte es mich gefunden und auch genau die richtige Zeit um es zu lesen…mir hat es sehr gefallen. Ich denke vieles was Hector, der Psychater auf seiner Reise herausfindet, wussten wir im tiefsten Inneren schon, aber wie wir Menschen so sind - wir schauen gerne anderen dabei zu, wie sie etwas herausfinden und haben Erkenntnisse gerne schön verpackt. Wenn man danach geht hat dieses Buch aber eine doppelte Schleife und schönes Geschenkpapier gehabt.Die Schreibweise ist gekonnt naiv, aber nie zu einfach - aber gerade durch diesen Kunstgriff wirken die Glückslektionen von Hector nur noch mehr. Auch wenn ich Hector an wenigen Stellen aus eigener Erfahrung innerlich widersprach, so habe ich dieses Buch doch innig ans Herz gedrückt und so einige Menschen, denen ich dieses Buch gerne schenken möchte.

Leseliste 2009 (nun komplett)

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Leseliste 2009

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Die Musik der Wale - Wally Lamb

Freitag, 20. November 2009

Was ein Wälzer. Und auf über 600 Seiten passiert unserer Hauptperson so ziemlich alles, was so schiefgehen kann. Glaubt man anfangs noch, das die Dinge für Dolores Price sich noch gut entwickeln werden, so entdeckt man mit Schrecken, das die Abwärtsspirale sich noch viel weiter nach unten drehen kann. Ich muss ganz ehrlich gestehen, das ich nicht so glücklich mit dem Roman war und nicht ganz warm mit ihm wurde. Es ist andererseits aber auch faszinierend, in wieviel Drama sich eine Person manövrieren kann und wie weit Menschen gehen…es ist ein wenig unentschieden mit diesem Buch: nicht verkehrt, aber auch für mich kein Buch über das ich Freudenschreie ausstoße. Am besten – selber lesen, über dieses Buch könnte man sicher gut diskutieren, also los ;-) .

Die Karte meiner Träume - Reif Larsen

Dienstag, 20. Oktober 2009

Dieses Buch ist eines meiner absoluten Highlights dieses Jahr. Eigentlich müsste es der geneigte Leser jetzt einmal in die Hand nehmen um allein schon das ungewöhnliche Format und die Ausstattung zu spüren. Beim ersten Durchblättern…doch halt ich greife vor.

Unser Held ist T.S. Spivet der mit seiner schrägen Familie auf der Coppertop Ranch, irgendwo in Montana wohnt. Seine Schwester träumt von einer Karriere, weit ab von der Landwirtschaft, der Vater ist durch und durch Farmer und Westernfan. Seine Mutter selbst ist Wissenschaftlerin. Doch was ist nun so besonders an T.S? Er ist ein genialer Kartograph.

Die Geschehnisse auf der Ranch werden graphisch dargelegt, der Whiskeykonsum des Vaters in Diagrammen aufgezeichnet, er schickt detaillierte Flora und Fauna Zeichnungen an das Smithsonian, das große Naturwissenschaftsmuseum im fernen Washington. Eines Tages bekomtm T.S. den Anruf der alles verändert: aufgrund seiner Leistungen soll er den renommierten Baird-Preis erhalten und dafür nach Washington reisen. Was keiner der Museumsangestellten ahnt: T.S. ist erst 12 Jahre alt.

Er begibt sich auf eigene Faust auf eine abenteuerliche Reise, quer durch Amerika. Ein Roadtrip, auf den er uns mitnimmt, der einen mitreißt, der einen nicht kalt lässt. Wie dieser ungewöhnliche, kluge Kopf versucht anhand seiner Karten das Leben, Gefühle und Ereignisse zu erklären, das ist magisch, brillant und unbedingt lesenswert. Wer nun das Buch aufschlägt, wird sehen, das T.S. seitlich der Geschichte alles kartographiert, kleine Ereignisse „dazwischenerzählt“ und so dieses Buch noch mehr zu dem macht, was es ist – ein brillanter Roman!

Ohne etwas verraten zu wollen – mich hat das Buch gerade durch seine vielen Facetten bis zum Schluss gefesselt und durchaus einige Kehrtwendungen enthalten, wo ich nur sagen kann: Hut ab – ich wurde immer wieder überrascht. Was bleibt mir als zu sagen – ich liebe es!

Schimmer - Ingrid Law

Sonntag, 12. Juli 2009

Dieses Buch hat mich wirklich begeistert! Ich habe es mir vordergründig deshalb gekauft, weil ich es vorgelesen bekam:  im Rahmen des Finales vom Vorlesewettbewerb, der in Berlin stattfand. Diese Veranstaltung dürfte ich aufgrund eines gewonnenen Schaufensterwettbewerbes besuchen - es war absolut genial. Aber zurück zum Buch: Das Mädchen das aus diesem Buch vorlas, hat mir eine Gänsehaut verpasst und ich wollte das Buch danach unbedingt lesen. Kompliment an Dich!

Mit 13 bekommen die Mitglieder der Familie Beaumont ihren “Schimmer”. Ihr Bruder Fish kann Stürme herbeirufen, Rocket verursacht Stromausfälle. Ihre Mutter ist vollkommen in dem was sie tut. Mibs kann es kaum erwarten, selbst 13 zu werden und ihren “Schimmer” zu bekommen - das kann so gut wie alles sein. Als kurz vor ihrem Geburtstag ihr Vater, genannt Poppa einen schweren Unfall hat, braucht Mibs allerdings mehr als ihren Schimmer, um zu ihrem Poppa zu kommen.Eine abenteuerliche Reise beginnt.

Was zunächst anmutet wie Fantasy, ist sehr bodenständig. Eine Reise die alle Mitglieder der Familie Beaumont und ihre Freunde verändert, die sich dem Thema Älter werden, Verantwortung und sich selbst erkennen auf eine ganz andere Weise nähert. Die Figuren haben mir alle sehr gut gefallen und ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Tolles Jugendbuch das Spaß macht, eine tolle Grundidee hat und sich sehr angenehm von vielen anderen Neuerscheinungen abhebt!

Ein Apfel ist ein komischer Pfirsich - Cynthia Lord

Sonntag, 21. Juni 2009

Catherine hat ein Regelbuch. Dort sammelt sie alle Regeln, die ihr kleiner Bruder David nicht behalten kann. David ist autistisch und solche Dinge wie „Hosen anlassen“ „Kein Spielzeug ins Aquarium“ „Nicht alles was man denkt, muss man sagen“ sind für ihn schwer zu merken, Pünktlichkeit hingegen ist fast überlebenswichtig. Catherine liebt ihren Bruder, fühlt sich aber wie sein Schatten und nicht wahrgenommen. Als sie im Therapiezentrum Jason kennenlernt und seine spezielle Art der Kommunikation, lernt Catherine nicht nur, was Freundschaft ist, sondern auch sehr viel über sich selbst und ihre Familie.

Ein ganz tolles Jugendbuch über das „Anders-Sein“, das „Akzeptiert-Werden“ in Gesellschaft, über Ausdruck – sehr sensibel erzählt, ohne jeglichen moralischen Zeigefinger! Dieses Buch möchte ich meinen Kindern gerne vorlesen!

Die Stunde in der ich zu glauben begann - Wally Lamb

Sonntag, 24. Mai 2009

Als mir dieses Buch ins Haus flatterte, hatte ich noch nichts anderes von Wally Lamb gelesen.Nach der Lektüre werde ich das aber definitiv nachholen.Wally Lamb verwebt die Ereignisse von dem Amoklauf in der Columbine High School  (und dort benutzt er die echten Namen und Geschehnisse) mit der persönlichen (fiktiven) Familiengeschichte seiner Protagonisten. Maureen, eine Schulkrankenschwester die in der Bibliothek in einem Schrank versteckt miterleben muss, wie Schüler erschossen werden, leidet nach den Ereignissen, ist traumatisiert und rutscht immer mehr ab. Maureen und ihr Mann Caelum, der diese Geschichte erzählt, werden über einen langen Zeitraum hinweg begleitet, seine Figuren suchen nach Sinn und einem Neuanfang - immer wieder. Lamb hat hier ein großes Werk geschaffen, wo nicht nur ein roter Faden sondern viele gesponnen werden. Die Moral und Handlungsweisen der Menschen stellen sich in Frage und nicht zuletzt ist der Roman sehr bewegend und ich bin sicher das nicht nur mir an einigen Stellen des Romans die Tränen kamen.

Schnörkellos, dafür aber genau und detailreich beschreibt Wally Lamb diese Auseinandersetzungen mit Ereignissen, Tragödien und Geheimnissen. Auch Briefe, Emails und Erzählungen aus der Vergangenheit der Figuren haben ihren Platz und lockern so die Geschichte noch etwas auf. Dieses wirklich dicke Buch lohnt aber jede Seite - ein großer Roman über Menschlichkeit.

15 Jungs, 4 Frösche + 1 Kuss - E. Lockhart

Freitag, 24. April 2009

Ein Jugendbuch das mich aufgrund des Titels irgendwie anlachte…und das ausnahmsweise mal nicht von der einzig wahren, perfekten ersten Liebe heiratet, sondern eben davon, das Liebe Freundschaften zerstören kann, nicht jeder Junge der “richtige” ist und welche Mißverständnisse es noch so an einer Highschool geben kann. Ruby hat ziemlich Mist gebaut, was Jungs angeht und landet so bei einer Psychologin, die sie “Dr Z” nennt. Für diese soll sie eine Liste aufstellen…und damit werden die Probleme nur noch größer. Allerdings lernt Ruby dabei eine ganze Menge über sich selbst und auch die Leute um sie herum. Fand ich wirklich recht gut, wegen sehr wenig Schwarz/Weiss und viel Selbstreflektion der Protagonistin.

Märchen & Erzählungen - Astrid Lindgren

Montag, 30. März 2009

Astrid Lindgren kennt fast jedes Kind. Ihre Erzählungen und Märchen auch, die bekanntesten sind sicherlich die Geschichten rund um Lotta aus der “Krachmacherstrasse” oder auch Nils-Karlsson Däumling. Aber Frau Lindgren hat noch viele mehr geschrieben und diese versammeln sich in diesem Jubiläumsband. Insgesamt kann ich nur sagen, das ich diese Autorin wirklich schätze - sie nimmt die Kinder ernst, gibt ihnen eine Stimme, eine ganz eigene Welt. Zugleich entwirft sie aber auch sehr traurige Szenerien, einige Märchen waren schon sehr berührend und für das ein oder andere Kind vielleicht zuviel zum verarbeiten. Trotzdem: grade das zeichnet sie auch aus: sie packt jedes Thema an, egal ob es “kindgerecht” ist. Insgesamt bleibt auch nach diesem Band für mich klar: Lotta wird immer mein Liebling bleiben und auch (abgesehen von Pippi) meine liebste Lindgren-Figur: keck, lustig, naseweis und einfach zum Liebhaben!

Der Prediger von Fjällbacka - Camilla Läckberg

Sonntag, 22. März 2009

Wieder ein Krimi mit Erica Falck (Journalistin) und Patrik Hedström (Polizist) im idyllischen Fjällbacka. Der erste (Die Eisprinzessin schläft) gefiel mir gut, daher hatte ich keine Bedenken. Diesmal war ich ein bisschen enttäuscht. Der Fall an sich war ziemlich verdreht, fast habe ich mich mehr auf die persönlichen Episoden die eingestreut waren gefreut. Trotzdem - am Ende wurden alle Stränge zusammengeführt und das Durchhalten lohnte sich. Kein Krimi-Highlight aber für einen Zelturlaub in Schweden bestimmt bestens geeignet 8-)