Archiv für die Kategorie ‘K’

Der letzte unsichtbare Junge - Evan Kuhlmann

Sonntag, 02. Mai 2010

Finn wird langsam aber sicher unsichtbar. Er hat fast schon Angst, selbst zu verschwinden. Kann diese seltsame Farblosigkeit etwas damit zu tun haben, das sein Vater gestorben ist? In seinem Tagebuch hält Finn die Erinnerungen fest, die er mit seinem Vater verbindet, die neue Struktur der Tage, die ihm so fremd vorkommt und fragt sich immer wieder: wird er irgendwann wieder sichtbar werden?  Finn gestaltet sein Tagebuch mit Zeichnungen und schreibt sich die ganzen Dinge, die er weder mit seiner Mutter noch mit seinem Bruder besprechen kann, von der Seele. Das zu lesen, das rührt einen an, man fragt sich zusammen mit Finn, warum manche Dinge so passieren. Es ist schwer ein Buch zu beurteilen, das etwas so individuelles wie Trauer behandelt. Es wählt jedenfalls eine sehr schöne Idee aus, mit der Finn seine Gefühle ausdrückt - vielleicht gibt es irgendwo einen anderen 12jährigen, dem es genauso geht…ich kanns mir jedenfalls vorstellen…

Rubinrot: Liebe geht durch alle Zeiten - Kerstin Gier

Montag, 05. April 2010

Hier bin ich einer ausdrücklichen Empfehlung von Eva  (http://teachocolateandbooks.blog.de/) gefolgt. Und liebe Eva - ich danke Dir! Gier hat ein tolles Jugendbuch geschrieben, das schon durch die Aufmachung ins Auge springt und auch im Inneren kein bisschen enttäuscht. Auch das Thema; Zeitsprünge und ihre Tücken, noch dazu im besten Teenie-Alter ist mal etwas erfrischend anderes und liest sich fesselnd. Das Buch hat Charme, viele nette Anspielungen die neugierig auf die nächsten beiden Bände Saphirblau (bereits erschienen) und Smaragdgrün (in Vorbereitung) machen. Die etwas schräge Familie rund um die 16jährige Protagonistin Gwendolyn lässt Zündstoff erahnen, der junge Gideon, der ebenfalls ein Zeitreisender ist (und noch dazu unverschämt gut aussieht) ist neben den Zeitreisen gleich das nächste “Problem“…

Das Buch hat für mich genau die richtige Mischung: ein bisschen Harry Potter Charakter, der liebevollen Details wegen und auch weil die Hauptfigur sich einige Geheimnisse erstmal erarbeiten muss, einen Schuss Buffy und Plötzlich Prinzessin (beide werden auserwählt, noch als Jugendliche und werden ins kalte Wasser geworfen). Dazu kommen noch interessante Details der Londoner Geschichte - toller Mix! Und dennoch hat Gier es geschafft - ihr Buch mag Handlungen aufgreifen, die man so eventuell schon kennt, wirkt aber kein bisschen abgekupfert - sie hat einen ganz eigenen, sehr sympathischen Stil und schafft es, das ganze in neuem Glanz darzustellen!

Freue mich schon auf den nächsten Teil!

Der Himmel ist blau, die Erde ist weiss - Hiromi Kawakami

Samstag, 13. März 2010

Dieses Buch wird untertitelt mit “Eine Liebesgeschichte” - und was für eine! Bin ja ein Fan von japanischen Liebesgeschichten, sind die Rituale des umeinander werbens, des Gespräches, der Annäherung doch so ganz anders als hier in Deutschland. Ich tauchte in dieses Buch ein, ließ mich von der Poetik der Sprache verzaubern, faszinieren vom Umgang der Liebenden miteinander und verliebte mich - in dieses Buch.

Eine wunderbare Geschichte, die mich zum Schwärmen und zum Weinen brachte, ohne das sie jemals ins kitschige abgleiten würde. Klare Empfehlung für alle mit Frühlingsgefühlen - noch dazu ist die Taschenbuchausgabe von DTV in gewohnter Weise mit einem sehr passenden Cover versehen worden. Also auch äußerlich ein Genuß!

Und vielleicht nicht für jeden so wichtig, für mich aber eine Erwähnung wert: ich mag die intensiven Beschreibungen, wenn es ums Essen geht. Und da das japanische Essen sich ja doch grundlegend von der westlichen Küche unterscheidet, habe ich diese Passagen besonders genoßen…

Märchenprinz - Marian Keyes

Samstag, 13. Februar 2010

Mir war mal wieder nach einem echten, sogenannten “Frauenroman” - da bietet sich Marian Keyes als eine meiner liebsten Autorinnen in diesem Sektor ja an und dieses Buch war mit etwas über 850 Seiten ja auch ein echter Schmöker. Es ist nicht mein liebstes von ihr geworden, aber für graue Februartage auf dem Sofa und zum Abschalten war es genau das richtige und dank ihrer immer schön ausgefallenen Figuren und der netten irischen Atmosphäre hebt es sich doch angenehm von anderen Büchern ab. Besonders gefällt mir, das Keyes immer wieder Themen wie Gewalt, Drogen oder Alkoholismus einfliessen lässt und dabei nicht auf “Eitel Sonnenschein” besteht.

Das Mami-Buch - Katja Kessler

Mittwoch, 20. Januar 2010

Gut, das fällt etwas aus dem Rahmen meiner üblichen Leserichtung ;-)

Das Mami-Buch ist rosa, kitschig und auch im Innenleben manchmal etwas arg verniedlicht - klar mit viel Liebe gemacht, was man anerkennen kann. Natürlich ist es für eine besondere Zeit gedacht, die auch durchaus für etwas Weichzeichnung taugt, aber mir war es doch “zuviel” . Sehr schön sind aber die Fotos des Models, das die ganze Schwangerschaft und die ersten 10 Monate lang begleitet wird und einige Kapitel behandeln angenehm die Gefühlswelt einer werdenden Mutter. Insgesamt war ich nicht sehr angetan: Ansonsten war das Buch eher so lala - mir ist klar das es nicht als ernsthafter Ratgeber gedacht ist, aber mir fehlte doch an vielen Ecken mehr Info, detaillierter und weniger blumig. Als Zusatz zu anderen Ratgebern und Geschenk okay, als alleinige Begleitung fehl am Platze. Zudem gab es einige Infos die schlichtweg ziemlicher Blödsinn waren - sehr ärgerlich!

Ich würde es einer schwangeren Freundin nicht ans Herz legen oder schenken…das sagt ja schon einiges aus ;-)

Die Känguru-Chroniken - Marc-Uwe Kling

Freitag, 15. Januar 2010

Nachdem dieses Buch ja dank Jürgen von der Lippe zu einem Überraschungshit wurde, habe ich es mehr zufällig in die Hand genommen, reingelesen und - blieb hängen! Hatte das Buch innerhalb kürzester Zeit durch und die meiste Zeit schallend gelacht - das Känguru ist die perfekte Mischung aus “Hartmut” (einer Figur von Oliver Uschmann) und dem “Sams”.  Ein Känguru mit politischen Ideen und chronischer Pleite als Mitbewohner ist so abwegig, das es schon wieder gut ist! Ich bin sicher, das der Humor einigen absolut nicht gefällt - mir dafür umso mehr ;-)

Spiegel das Kätzchen - Gottfried Keller

Mittwoch, 25. November 2009

Ein tolles Märchen von Gottfried Keller, über Spiegel, den klugen Kater, der dem Hexenmeister Pineiß ein Schnippchen schlägt. Für jeden Märchenfan ein Genuß und für alle Fans von Walter Moers ein Muß – Das Anagramm von Gofid Letterkiel entstammt nicht von ungefähr – Der Roman „Der Schrecksenmeister“ fußt auf eben diesem Märchen. Macht einfach Spaß!

Obession - Hitomi Kanehara

Samstag, 21. November 2009

Ein Portrait einer jungen Japanerin, die in ihren Beziehungen ungesunde Muster an den Tag legt. Für einen Westler teilweise eine ganz andere Sichtweise und doch ähneln sich ja überall auf der Welt die großen Themen. Ungewöhnlich, heftig und ein wenig erschreckend…

Ein kleines Interview

Montag, 14. September 2009

Auf lillyberry.de gibt es seit heute ein kleines Interview mit mir zu lesen.Vielen Dank Lilly! :-)

http://www.lillyberry.de/2009/09/eine-fusgangerzone-ohne-buchladen-ware-gruselig/

Und anbei noch eine kleine Frage, die mir beim Stöbern einfiel: Wieviele gelesene Bücher pro Jahr findet ihr, einfach mal grob über den Daumen gepeilt viel? Und wieviel sollte ein Buchhändler im allgemeinen lesen?

Liebesgedichte - Mascha Kaléko

Sonntag, 19. Juli 2009

Ich muss zu dieser Frau eigentlich nichts sagen, außer das sie eine meiner liebsten Lyrikerinnen überhaupt ist. Sie ist absolut wunderbar, traurig, melanchonisch, trotzig, herzlich, realistisch, verträumt und so tief. Dieser wundervolle Gedichtband lohnt sich jede Seite! Ich zitiere hier einfach mal eines meiner liebsten Gedichte von ihr…

Für Einen
Die Andern sind das weite Meer.
Du aber bist der Hafen.
So glaube mir: Kannst ruhig schlafen,
Ich steure immer wieder her.

Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie ließen meine Segel leer.
Die Andern sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.

Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst Liebster, ruhig schlafen.
Die Andern…das ist Wellenspiel.
Du aber bist der Hafen.

(Mascha Kaléko, 1912-1975)