Archiv für die Kategorie ‘A’

Süchtig nach dem Sturm - Norman Ollestad

Sonntag, 07. Februar 2010

Ein beeindruckendes Buch, noch mehr wenn man bedenkt, das Ollestad hier eine wahre und vorallem: seine eigene Geschichte erzählt. Wie er mit 11 Jahren als einziger einen Flugzeugabsturz überlebt, das allein ist schon sehr beeindruckend, seine Schilderung, wie er es schafft, in einer Gebirgskette und völlig vereisten Höhen wieder in flachere Gefilde zu gelangen - ein halbes Wunder. Dazwischen erzählt Ollestad von seiner Jugend, die von Sport (Eishockey, Skifahren und Surfen) geprägt war, vorallem durch seinen Vater, der ihn zu all diesen Sportarten ehrgeizig antrieb. Dieses Buch ist also noch mehr: eine Vater-Sohn-Beziehung die ein jähes Ende nimmt, als der Vater beim Absturz ums Leben kommt. Dieses Zusammenspiel und auch die Fragen, die Ollestad aufwirft, ob er durch seine Jugend auf diesen Abstieg vorbereitet wurde, wie wir unsere Kinder vorbereiten können - wie er den Ehrgeiz seines Vaters damals erlebte - das ist packender als so mancher, komplett erfundender Roman.Mich hat er danach jedenfalls noch sehr lange beschäftigt…

Ich empfehle auch hier den http://www.youtube.com/watch?v=jFg-HtYcSXQ bei youtube mit einem Interview des Autors - sehenswert!

Über kurz oder lang - Marie-Aude Murail

Dienstag, 26. Januar 2010

Ein wunderbares Buch von der Autorin von “Simpel”. Französisch, auf ganz eigene Art bezaubernd…ich habe nichts anderes erwartet. Louis macht, eher durch Zufall, ein Praktikum im Salon Marielou - einem Friseursalon. Was anfangs für die Eltern eine fixe Idee und Aufreger ist und auch für Louis eher seltsam, entwickelt eine ganz eigene Dynamik. Was ich an Murail so liebe, ist das sie ihren Figuren soviel Liebe entgegenbringt. Sie zeichnet die kleinen, menschlichen Eigenarten so genau nach, das ich das Gefühl habe, selbst im Salon zu sitzen und zu sehen, wie Louis die Haare zusammenfegt und sein Seelenleben liegt vor mir. Wie dieser Jugendliche seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Weg findet, das ist mehr als lesenswert und dürfte gerne Schullektüre werden…

Erscheint im März 2010!

Es wird mir fehlen, das Leben - Ruth Picardie

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Zu diesem Buch kann ich eigentlich nur sagen, das es mich sehr tief berührt hat. Ruth Picardie war Journalistin, frischgebackene Mutter von Zwillingen und hatte eine so wunderbare Schreibe. Sie nahm den Kampf gegen den Krebs an, schrieb gegen ihn an, schrieb über das Leben mit ihm und die Angst vorm Sterben und das ganze so entwaffnend ehrlich, so berührend, das ich das ganze Buch über immer wieder Tränen wegwischen musste. In diesem Buch sind ihre Kolumnen und viele Mails und Briefe versammelt, die sie in dieser Zeit schrieb. Das Buch hat mich bewegt und ist etwas, was ich immer wieder aus dem Schrank holen werde…

24 Adventsgeschichten - Katharina Braun (Hrsg.)

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Ich war, wie jedes Jahr, auf der Suche nach einem neuen Adventskalender. In diesem wunderschönen Buch vom Boje Verlag wurde ich fündig. Die Aufmachung ist schön, die einzelnen Geschichten können “geöffnet” werden, indem man das Papier an der vorgesehenen Stelle aufritzt - wäre für mich als Kind sicher noch ein Extra-Bonus. Fast alle Geschichten haben mir wirklich gut gefallen - sie ranken sich quer um Weihnachten, gute Taten, Familie, Geschwister, Schulaufführungen und ein bisschen Fantastisches oder auch “Weihnachtswunder”. Nur wenige Geschichten sagten mir nicht ganz so sehr zu, was bei 24 Geschichten von unterschiedlichen Autoren aber auch völlig okay ist. Mich hat das Buch jedenfalls toll durch die Adventszeit bis zum Heiligen Abend geleitet und es wird einen Platz im Buchregal bekommen - der nächste Dezember kommt bestimmt…eine Geschichte hat es bei uns unter den Tannenbaum geschafft und wurde von der gesammelten Familie (21-88) gut aufgenommen…;-)

Für 2009, ist alles gelesen…

Montag, 14. Dezember 2009

Ihr Lieben,

Einige Wochen war es ruhig um zimtfisch.net, was zum einen an einem Passwort-Verlust, zum anderen an viel Stress lag, der mich vom Besprechungen-Schreiben abhielt…unter anderem haben wir unsere Lieblingsbücher live vorgestellt, sowas hält in Atem. Habe nun aber fast alle Besprechungen online für 2009!

Für dieses Jahr sind die 150 Bücher gelesen, im Dezember hat mich das Weihnachtsgeschäft, bereits Verlagsvorschauen für nächstes Jahr durchsehen und das übliche Geschenke kaufen, Freunde und Familie besuchen fest im Griff. Daher lese ich noch an 2 Büchern paralell und mein wunderbares Adventskalenderbuch, ganz ohne Stress…;-)

Gehabt euch wohl und das für euch viele, viele Bücher unter dem Baum liegen!

Bisherige Leseliste 2009:

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Ein kleines Interview

Montag, 14. September 2009

Auf lillyberry.de gibt es seit heute ein kleines Interview mit mir zu lesen.Vielen Dank Lilly! :-)

http://www.lillyberry.de/2009/09/eine-fusgangerzone-ohne-buchladen-ware-gruselig/

Und anbei noch eine kleine Frage, die mir beim Stöbern einfiel: Wieviele gelesene Bücher pro Jahr findet ihr, einfach mal grob über den Daumen gepeilt viel? Und wieviel sollte ein Buchhändler im allgemeinen lesen?

Zeit deines Lebens - Cecilia Ahern

Mittwoch, 09. September 2009

Ich mag kitschige Bücher. Doch, durchaus. Ich hab auch was für große Gefühle übrig. Für Liebe. Für Freundschaft. Aber trotzdem hat mich die neue Ahern wirklich kaum berührt. Dieses Buch ist so dermaßen voll mit übersättigten Sätzen, das es schade drum ist. Wenn jede Kleinigkeit so übertrieben mit Metaphern und Vergleichen beladen wird, kommt man kaum hinterher, mit dem Kopfkino. Ich habe alle Aherns gelesen, ich mag ihre beiden ersten Bücher (P.S. Ich liebe dich & Für immer vielleicht) wirklich gern. Danach gleitet Ahern für mich ins magisch-esoterisch angehauchte ab und ich hab sie zwar gelesen, aber es hat für nenn netten Nachmittag gerreicht, mehr nicht. In diesem Buch konnte ich am allerwenigsten irgendwas spüren. Das Thema - Lebe dein Leben, solange Du Zeit dafür hast, kümmere Dich um Familie, Freunde, stell den Job hinten an, schau mal nach links und nach rechts - das hätte was ganz großes werden können. Wenn es nur nicht so unglaublich offensichtlich gewesen wäre. Die Handlung läßt sich in diesem einen Satz zusammenfassen. Und alles drumherum, auch Figuren und Schauplätze, wurden einfach nicht warm mit mir. Ich habe ein wenig das Gefühl, ein Buch zu lesen, das als Film ein netter Weihnachtsfilm wäre, den man gerne einmal anschaut. Aber ich möchte kein Drehbuch lesen, sondern einen Roman.

Zwei an einem Tag - David Nicolls

Dienstag, 25. August 2009

Ein fabelhaftes Buch das ich jedem nur ans Herz legen kann. Emma und Dexter verbringen nach ihrem Abschluss eine Nacht miteinander. Danach trennen sich ihre Wege - doch über 20 Jahre hinweg bleiben beide in Kontakt. Der Autor schaltet sich jedes Jahr am 15.Juli in beider Leben ein, mal aus Emmas, mal aus Dexters Sicht - und das ist liest sich bei beiden durchaus turbulent. Mit einer schmissigen Schreibe, tollen Dialogen und Beschreibungen packt einen das Buch von Anfang an. Nach jedem Jahr fragt man sich: Und, wie geht es mit den beiden weiter? Was passiert als nächstes? Noch dazu ist das Buch gespickt mit schönen Einfällen, herrlichen Beschreibungen über die Verwirrungen der Gefühlswelten und warum man manchmal nicht so kann, wie man will oder sollte - und das oft im Leben die Kleinigkeiten entscheiden.

Noch dazu eine tolle Liebesgeschichte mit Witz und Charme. Was bleibt mir da noch zu sagen außer: bitte kaufen, lesen, schwärmen!

Mauerblümchen - Holly-Jane Rahlens

Donnerstag, 20. August 2009

An einem gemütlichen Samstag Morgen hat dieses Buch mich fasziniert. Es erzählt (auch grafisch sehr schön aufgemacht, mit dem Streckennetz der Bahnen in Berlin) die Geschichte von Molly und Mick, die sich kurz nach dem Mauerfall in der Bahn kennenlernen. Mollys Eltern stammen aus Deutschland, sie selbst wächst in den USA auf, geht aber mit ihrem Vater für ein Jahr nach Berlin. Molly will im “Osten” das Geburtshaus ihrer jüdischen Mutter, die damals nach Amerika floh besuchen. Mick stolpert ihr vor die Füße und zeigt ihr “sein” Berlin - und auch die beiden kommen sich nach und nach näher…

Ich bin in einem Ort nahe Frankfurt aufgewachsen und war beim Fall der Mauer 3 Jahre alt - ich weiss eigentlich nicht viel mehr, als in der Schule erzählt wurde und selbst das ist eher spärlich - weil das alles auch so “weit weg” war. Dieses Buch hat es geschafft, das ich mich in der Geschichte verlor, die Strecke die beide zurücklegen mit dem Finger nachfahre, neues entdeckte und ja - ein Stück Deutsche Geschichte mit anderen Augen betrachten konnte.

Es hat mir den Mauerfall und alles was dazugehört, ein ganzes Stück näher gebracht. Noch dazu ist das Buch toll geschrieben und wäre eine großartige Schullektüre, weder verstaubt noch langweilig. Eine toll erzählte Geschichte mit erlebter Geschichte - danke Frau Rahlens!

Tote Mädchen lügen nicht - Jay Asher

Samstag, 04. Juli 2009

Dieses Leseexemplar fand ich schon in der Verlagsvorschau spannend. Hannah begeht Selbstmord und nach ihrem Ableben tauchen 7 Kassetten, in einem Schuhkarton verpackt bei ehemaligen Schulkameraden die mit ihr zu tun hatten auf. Allerdings hatten sie wohl nicht nur das…Hannah beschuldigt jeden einzelnen, Mitschuld an ihrem Tod zu haben. Die Idee allein ist sehr packend, der Ich-Erzähler Clay hört sich die Kassetten nach und nach an, vermischt die Stimme auf dem Band mit seinen Erinnerungen…ein tolles Jugendbuch, auch für eher-wenig-Leser. Einen kleinen Abzug gebe ich für die Sichtweise Hannahs, die ich zum Teil nicht nachvollziehen kann, das mag an den etwas anderen Werten in den U.S.A liegen. Das Ende hingegen fand ich im Gegensatz zu einigen anderen Lesern sehr gut & passend.