Artikel mit ‘Schriftsteller’ getagged

Das Regenorchester - Hans-Jörg Schertenleib

Mittwoch, 03. Februar 2010

Zwei wunderschöne Geschichten werden hier verwoben: die des Schweizer Schriftstellers, der nach Irland ausgewandert ist um hier zum Schreiben zu finden. Nachdem seine Frau ihn verlässt, trifft er auf Niahm, eine etwas rätselhafte Irin, die ihn, es scheint fast so als spüre sie, er braucht eine Aufgabe, zum Chronisten ihres Lebens macht. Wunderschöne Sprache, die Verletzbarkeit einer Trennung fast zu schmerzlich geschildert… Mit der Lebensgeschichte von Niahm entsteht vor einem ein ganzes Leben das nicht immer war, wie es sein sollte. Wer von beiden mehr von dieser Freundschaft hat, weiss man garnicht zu sagen. Traurig, schön und ein aussergewöhnliches Buch, das in einer Ecke Hoffnung aufblitzen lässt…

Garp und wie er die Welt sah - John Irving

Sonntag, 16. August 2009

Uff, das wird schwer. Weite Strecken des Buches: super! Grade der Anfang gefiel mir extrem gut. Irving hat einen unverwechselbaren Stil, er ist einfach ein großer Erzähler. Ich verstehe auch immer noch, warum ihn soviele Menschen lieben und gerne lesen. Zwischendrin kämpft man immer ein bisschen, ist aber am Ende immer froh, das man durchgehalten hat. Und trotzdem - ich stehe auf skurriles, mochte auch viele Personen im Buch gern (Jenny Fields, Roberta), die Ereignisse laufen toll zusammen - dennoch bin ich mit Garp selbst absolut nicht warm geworden. Auch einige Passagen waren für mich einfach zu heftig - ich habe mich wirklich gefragt, was der Autor da bezwecken wollte? Schockieren? Maybe…Als Gesamtkunstwerk ist es trotzdem lesenswert - den es geht einfach um die großen Themen, die Tabus, die Ängste - es gibt auch viele wunderbare Szenen und Metaphern. Ich glaube, ich werde Irving immer etwas anstrengend finden und trotzdem immer mehr von ihm lesen ;-)

Die unsichtbaren Stimmen - Carolina de Robertis

Montag, 03. August 2009

Hier kommt ein Buch über das ich schwärmen werde! Ein toller, verschlungener Roman, der mystisch und opulent anfängt und zum Ende hin immer spannender wird. Über 3 Generationen hinweg werden 3 Frauen und ihre (Familien)-Geschichte beschrieben und das sehr mitreißend und packend. Lässt sich super lesen, macht immer Lust auf mehr und hat den Vergleich mit Allende absolut verdient! Auch das der Roman in Uruguay spielt und verschiedenste Kulturen sich im Laufe des Buches dazumischen macht das ganze einfach noch “runder”. Für mich eines der Highlights für diesen Sommer als Lektüre!

Spinner - Benedict Wells

Montag, 20. Juli 2009

Dieses Buch ist wie ein Film in den man zufällig reinzappt, ihn für interessant empfindet und dann hängenbleibt. Ich habe das Sofa nicht verlassen, war in Berlin, erlebte den Fall und die Ziellosigkeit des Protagonisten, der seinem großen Ziel, der Vollendung seines Epos eher davonrennt, als ihm näher zu kommen. Mit viel Tempo erzählt, mit Witz und Gespür für schöne, einfallsreiche Szenen. Kein Buch das einen tief in der Seele rührt, aber verdammt unterhaltsam und an einigen Stellen erkennt man sich selbst ja doch wieder ;-)

Der Mann in der Schlange vor der Kinokasse - William Conescu

Sonntag, 01. März 2009

Endlich wieder ein Buch zum Jubeln! Daniel Fischer hört seit Jahren immer wieder das Kratzen eines Stiftes. Irgendwann ist er sicher: er spielt mit in Büchern, jedesmal wenn das Kratzen ertönt, schreibt der Autor einen Roman. Aber immer ist er nur Statist, unwichtige Nebenfigur. Als er eines Abends die unglückliche Sängerin Delia kennenlernt, ist das Kratzen lauter denn je. Ihm ist klar - jetzt oder nie, kann er die Geschichte seines Lebens schreiben - selbst wenn er dabei etwas nachhelfen muss und so die Geschichte von Delia und ihren Freunden gehörig durcheinanderwirbelt…

So frisch geschrieben, lustig, schräg und man liest mit Spannung bis zur letzten Seite! Auf dem Buchrücken steht “am Ende gewinnt weder Autor, noch Held, sondern der Leser!” Und damit hat der Text verdammt recht!

Der Schatten des Windes - Carlos Ruiz Zafon

Dienstag, 02. Januar 2007

Nun, ich versuche es jetzt mit “Der Schatten des Windes” - hab nun etwa 30 Seiten bisher und finds ganz okay, bin aber noch nicht “drin” und noch etwas abwartend, was vielleicht auch an den Lobeshymnen liegt - da will ich mir immer erstmal ein eigenes Urteil bilden. Man wird sehen. [...]

So, die Woche über hab ich immer nur 10, 15 Seiten im “Schatten des Windes” lesen können, es war zuviel los. Gestern aber hatte ich frei und habe innerhalb von 4 Stunden die restlichen 450 Seiten gelesen. War so gegen halb3 nachts fertig.. Passiert mir relativ selten, aber in den letzten 100 Seiten hätte ich das Buch wirklich nicht weglegen können.

Ein schwieriger Fall das Buch. Den Anfang fand ich etwas holprig, ich hätte mir das Buch persönlich wohl auch nie ausgesucht, es ist einfach so eine Empfehlung der ich nachgegangen bin. Trotzdem, die Geschichte ist wirklich, grade zum Ende sind superspannend und einige Bilder gehen mir heute morgen immer noch nicht aus dem Kopf bzw. haben mir heute Nacht das Einschlafen erschwert…Und die Figuren denen man begegnet, wie sich alles zum Ende hin verknüpft - es ist ein richtiger Schmöker mit Atmosphäre.
Von daher - schon zu empfehlen weil man doch sehr in diese Welt abtauchen kann, aber es wird keines von meinen Herzblutbüchern werden - und ich kann nicht genau sagen warum. Es ist jedenfalls alles drin, Liebe, Verrat, Gewalt, Geheimnisse…ich denke für jeden ist ein bestimmter Handlungsstrang “ganz nach seinem Geschmack”.