Artikel mit ‘Roman’ getagged

Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück - Francois Lelord

Montag, 15. Februar 2010

Dieses Buch stand seit über einem Jahr harmlos im Regal herum. Nun hatte es mich gefunden und auch genau die richtige Zeit um es zu lesen…mir hat es sehr gefallen. Ich denke vieles was Hector, der Psychater auf seiner Reise herausfindet, wussten wir im tiefsten Inneren schon, aber wie wir Menschen so sind - wir schauen gerne anderen dabei zu, wie sie etwas herausfinden und haben Erkenntnisse gerne schön verpackt. Wenn man danach geht hat dieses Buch aber eine doppelte Schleife und schönes Geschenkpapier gehabt.Die Schreibweise ist gekonnt naiv, aber nie zu einfach - aber gerade durch diesen Kunstgriff wirken die Glückslektionen von Hector nur noch mehr. Auch wenn ich Hector an wenigen Stellen aus eigener Erfahrung innerlich widersprach, so habe ich dieses Buch doch innig ans Herz gedrückt und so einige Menschen, denen ich dieses Buch gerne schenken möchte.

Märchenprinz - Marian Keyes

Samstag, 13. Februar 2010

Mir war mal wieder nach einem echten, sogenannten “Frauenroman” - da bietet sich Marian Keyes als eine meiner liebsten Autorinnen in diesem Sektor ja an und dieses Buch war mit etwas über 850 Seiten ja auch ein echter Schmöker. Es ist nicht mein liebstes von ihr geworden, aber für graue Februartage auf dem Sofa und zum Abschalten war es genau das richtige und dank ihrer immer schön ausgefallenen Figuren und der netten irischen Atmosphäre hebt es sich doch angenehm von anderen Büchern ab. Besonders gefällt mir, das Keyes immer wieder Themen wie Gewalt, Drogen oder Alkoholismus einfliessen lässt und dabei nicht auf “Eitel Sonnenschein” besteht.

Ein geschenkter Tag - Anna Gavalda

Dienstag, 09. Februar 2010

Gavalda ist zurück und zwar so, wie wir sie lieben. Mit leiser Ironie, herrlich französisch und es bringt schonmal einen Hauch von Sommer…. Dieses Buch erzählt von einem geschenkten, ich mag fast sagen, einem geklauten Tag. Schon die ersten Seiten offenbaren den wundervollen Stil Gavaldas und das Buch verzaubert mit der Geschichte der 4 unterschiedlichen Geschwister und ihrem Leben. Ein Geschenk für die beste Freundin, die Schwester, die Mutter, die liebenswerte Arbeitskollegin - ach was, alle sollten in den Genuß dieses Buches kommen…!!!

Süchtig nach dem Sturm - Norman Ollestad

Sonntag, 07. Februar 2010

Ein beeindruckendes Buch, noch mehr wenn man bedenkt, das Ollestad hier eine wahre und vorallem: seine eigene Geschichte erzählt. Wie er mit 11 Jahren als einziger einen Flugzeugabsturz überlebt, das allein ist schon sehr beeindruckend, seine Schilderung, wie er es schafft, in einer Gebirgskette und völlig vereisten Höhen wieder in flachere Gefilde zu gelangen - ein halbes Wunder. Dazwischen erzählt Ollestad von seiner Jugend, die von Sport (Eishockey, Skifahren und Surfen) geprägt war, vorallem durch seinen Vater, der ihn zu all diesen Sportarten ehrgeizig antrieb. Dieses Buch ist also noch mehr: eine Vater-Sohn-Beziehung die ein jähes Ende nimmt, als der Vater beim Absturz ums Leben kommt. Dieses Zusammenspiel und auch die Fragen, die Ollestad aufwirft, ob er durch seine Jugend auf diesen Abstieg vorbereitet wurde, wie wir unsere Kinder vorbereiten können - wie er den Ehrgeiz seines Vaters damals erlebte - das ist packender als so mancher, komplett erfundender Roman.Mich hat er danach jedenfalls noch sehr lange beschäftigt…

Ich empfehle auch hier den http://www.youtube.com/watch?v=jFg-HtYcSXQ bei youtube mit einem Interview des Autors - sehenswert!

Axolotl Roadkill - Helene Hegemann

Freitag, 05. Februar 2010

Schwer zu diesem Buch noch ansatzweise unbefangen etwas zu sagen, nachdem die Wellen hochschlagen. Ich habe es einige Tage vor dem Kopier-Skandal gelesen und kann meine Erfahrung eigentlich kurz zusammenfassen: ein paar schöne Sätze und Beschreibungen drin, sehr weit weg von meiner Welt und die Frage ist: kann jemand, der vieles davon angeblich nicht erlebt hat, dann authentisch darüber schreiben? Als Film wäre dieses Buch sicher nochmal anders zu werten, oft kam es auch vor, das ich gewisse Passagen eher als filmisch beschrieben empfand (wenn man Hegemanns Werdegang betrachtet auch kein Wunder). Mein Fazit ist eigentlich: Kann man lesen, hat nichts mit Feuchtgebiete zu tun, wenn man es nicht liest hat man aber auch nichts verloren.

Zum Skandal an sich kann ich nur sagen: Klauen gehört sich nicht. Und Dreistigkeit siegt zum Glück nicht immer. Aber auch hier wurde das letzte Wort noch nicht gesprochen und ich bin gespannt auf weitere Entwicklungen!

Das Regenorchester - Hans-Jörg Schertenleib

Mittwoch, 03. Februar 2010

Zwei wunderschöne Geschichten werden hier verwoben: die des Schweizer Schriftstellers, der nach Irland ausgewandert ist um hier zum Schreiben zu finden. Nachdem seine Frau ihn verlässt, trifft er auf Niahm, eine etwas rätselhafte Irin, die ihn, es scheint fast so als spüre sie, er braucht eine Aufgabe, zum Chronisten ihres Lebens macht. Wunderschöne Sprache, die Verletzbarkeit einer Trennung fast zu schmerzlich geschildert… Mit der Lebensgeschichte von Niahm entsteht vor einem ein ganzes Leben das nicht immer war, wie es sein sollte. Wer von beiden mehr von dieser Freundschaft hat, weiss man garnicht zu sagen. Traurig, schön und ein aussergewöhnliches Buch, das in einer Ecke Hoffnung aufblitzen lässt…

Becks letzter Sommer - Benedict Wells

Montag, 01. Februar 2010

Ich kann mich hier kurzfassen: dieses Buch muss in jede Reisetasche im Sommer 2010. Wells schreibt rasant und mit einer Kraft, das man von Anfang an gefesselt ist, von der Geschichte des Lehrers Beck, der statt mit eigener Band durchzustarten, dann doch “nur” Lehrer wurde. Liest sich super, lässt einen laut lachen und mitleiden, ob der obskuren Entwicklungen, die schlussendlich zu einem Roadtrip quer durch Europa führen…die kleine Anmerkung sei mir erlaubt, das ich zuerst nach Beenden des Buches etwas enttäuscht war, das Beck das rasante zum Schluss hin verlor, fast schon unerträglich langsam wurde und so einige schriftstellerische “Breaks” drin hatte. Nach einer Nacht darüber schlafen bin ich jedoch froh darum - die Schreibweise hat sich der Entwicklung des Romans angepasst - Beck würde sagen - ein langsames “fade out…”

Das war ich nicht - Kristof Magnusson

Freitag, 29. Januar 2010

Ein brillanter Roman! Magnusson verwebt kunstvoll das Leben dreier Personen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Da wäre der Schriftsteller Henry aus Chicago, seine Übersetzerin Meike aus dem Norden Deutschlands und der deutsche Banker Jasper. Zunächst haben die 3 Figuren keinerlei Anknüpfungspunkte - bis Henry spurlos verschwindet, Meike ihm aus einer fixen Idee und Geldmangel in Chicago nachstellt und beide aus unterschiedlichen Gründen auf Jasper treffen. Was daran so brilliant ist? Kein Erzählstrang ist langweilig, die Verknüpfungen kunstvoll und trotzdem sehr natürlich - man denkt nur “Ja, genau so musste das passieren”. Die Abwärtsschleife, der Strudel der Ereignisse in die alle 3 verwickelt werden ist einfach so toll zu lesen, das man richtig in einen Rausch gerät - und der Autor hält das Tempo konstant durch! Keine Minute langweilig oder anstrengend, eine verdammt gute, kurzweilig erzählte Geschichte - eine der Empfehlungen für dieses Frühjahr!

Über kurz oder lang - Marie-Aude Murail

Dienstag, 26. Januar 2010

Ein wunderbares Buch von der Autorin von “Simpel”. Französisch, auf ganz eigene Art bezaubernd…ich habe nichts anderes erwartet. Louis macht, eher durch Zufall, ein Praktikum im Salon Marielou - einem Friseursalon. Was anfangs für die Eltern eine fixe Idee und Aufreger ist und auch für Louis eher seltsam, entwickelt eine ganz eigene Dynamik. Was ich an Murail so liebe, ist das sie ihren Figuren soviel Liebe entgegenbringt. Sie zeichnet die kleinen, menschlichen Eigenarten so genau nach, das ich das Gefühl habe, selbst im Salon zu sitzen und zu sehen, wie Louis die Haare zusammenfegt und sein Seelenleben liegt vor mir. Wie dieser Jugendliche seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Weg findet, das ist mehr als lesenswert und dürfte gerne Schullektüre werden…

Erscheint im März 2010!

Die Maschen der Frauen - Kate Jacobs

Montag, 25. Januar 2010

Der Titel ist leider selten dämlich übersetzt das Original “The Friday Night Knitting Club” spricht mich doch viel mehr an…. Ein echtes Wohlfühl-Sonntags-auf-dem-Sofa-Buch mit tollen Figuren, die zwar teilweise etwas schemenhaft bleiben, aber das tut dem keinen Abbruch. Lässt sich super lesen, hat Herzenswärme und macht total Lust auf Stricken :-D. Und hat mich durch alle Gefühlslagen einmal durchgeschleust von Lachen zu Weinen, diese Geschichte von Georgia Walker, Besitzerin eines Strickladens und ihrer Tochter, die sie alleine großzieht…. Ich finde, sowas braucht es zwischendurch einfach mal! Von aussen hätte ich das dem Buch wirklich nicht zugetraut…Daumen hoch!