Artikel mit ‘Krankheit’ getagged

Du stirbst nicht - Kathrin Schmidt

Sonntag, 25. Oktober 2009

Über diesen Roman wurde nach dem Gewinn des Deutschen Buchpreises ja mehr als genug geschrieben. Insgesamt wurde ich nicht enttäuscht – es ist nicht unbedingt meine Genre, aber auch nicht so weit entfernt. Was mir gut gefallen hat, ist das Schmidt ein Randthema oder eher: gleich mehrere davon aufgegriffen hat und es verstanden hat, diese in eine Geschichte zu verweben, die einem noch lange nachhängt. Die Strukturen innerhalb einer Familie und auch die Fallstricke, Ängste und Verlust, das alles wird hier auf ungewöhnliche Weise dargestellt. Auch sprachlich hat Schmidt einige wunderbare Passagen in diesem Roman, interessante Wortschöpfungen und vorallem: glasklare Gedanken, gerade zu Anfang, es ist ausgefeilt. Der Deutsche Buchpreis wurde meiner bescheidenen Meinung nach verdient vergeben!

Liebesgedichte - Mascha Kaléko

Sonntag, 19. Juli 2009

Ich muss zu dieser Frau eigentlich nichts sagen, außer das sie eine meiner liebsten Lyrikerinnen überhaupt ist. Sie ist absolut wunderbar, traurig, melanchonisch, trotzig, herzlich, realistisch, verträumt und so tief. Dieser wundervolle Gedichtband lohnt sich jede Seite! Ich zitiere hier einfach mal eines meiner liebsten Gedichte von ihr…

Für Einen
Die Andern sind das weite Meer.
Du aber bist der Hafen.
So glaube mir: Kannst ruhig schlafen,
Ich steure immer wieder her.

Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie ließen meine Segel leer.
Die Andern sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.

Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst Liebster, ruhig schlafen.
Die Andern…das ist Wellenspiel.
Du aber bist der Hafen.

(Mascha Kaléko, 1912-1975)

Jetzt ist Heute - Kora Decker

Montag, 25. Mai 2009

Kora Decker beschreibt, wie sich ihr Leben verändert, nachdem sie an Brustkrebs erkrankt ist. Solche Bücher empfinde ich als schwer zu rezensieren - sind die meisten doch keine Schriftsteller, deren Stil man vielleicht kritisieren würde - es geht viel mehr um Inhalte. Ich würde sagen: viel Einblick für Menschen, deren Freunde oder Verwandte auch an Krebs erkrankt sind. Eine ganz eigene Art von Auseinandersetzung mit der Krankheit - es gibt für jeden nur eine Art und die muss jeder für sich selbst finden. Frau Decker hat mit Humor und mit sehr viel Willen um das Leben gekämpft. Das hat mir imponiert. Ich wünsche ihr von Herzen das alles gut bleibt.

Das Buch Dahlia - Elisa Albert

Donnerstag, 01. Januar 2009

Schwer zu beschreibendes Buch. Zu Anfang hin mit unheimlichem Tempo geschrieben, viel, schnell, heftig, immer schön fluchend durchsetzt und sehr wütend. Dann entspannt es sich etwas…Dahlia ist 29, hat in ihrem Leben noch nicht wirklich etwas zustande gebracht - das könnte so bleiben, wäre da nicht ihr Hirntumor - inoperabel. Sie beschliesst, nochmal gedanklich mit der Welt abzuschliessen, während ihre Eltern alles nicht wahrhaben wollen und sie selbst auch nicht so recht weiss - will sie leben oder nicht?
Anstrengendes Buch. Es hat was, aber ich weiss nicht ob ich es wirklich empfehlen kann - es ist schon sehr heftig und eine ganz eigene Einstellung…

(erscheint Juni 09′)

Alle sterben, auch die Löffelstöre - Katrin Aehnlich

Donnerstag, 20. März 2008

Mann, was ein trauriges und dabei doch so schönes Buch. Allein der Titel hatte mich total angesprochen. Und das Innenleben - man schwankt zwischen Lachen, Weinen, erinnert sich selbst an seine Kindheit zurück, an Freundschaften…und ich für meinen Teil war wirklich sehr berührt. Ein tolles, unkitschiges, ehrliches Buch!

Beim Leben meiner Schwester - Jodi Picoult

Donnerstag, 20. März 2008

Das fand ich jetzt wieder vieel besser! Fands auch garnicht so “vorraussehbar” wie einige angekündigt haben - aber ich bin kein spekulativer Leser, ich lass mich einfach in die Geschichte fallen. Die verschiedenen Sichtweisen waren sehr gut, man war richtig drin und ich wette jeder, hat mal zur einen, mal zur anderen Seite tendiert. Das Buch spricht moralische Vorstellungen, Ethik, Gewissen wirklich aufs feinste an und vergisst dabei nicht, eine Geschichte zu erzählen. Hätte fast noch ein bisschen länger sein dürfen…

Bevor ich sterbe - Jenny Downham

Donnerstag, 20. März 2008

Toll! Das Buch hat mich berührt, auch wenn ich wirklich erst auf den allerletzten Seiten ein bisschen mit den Tränen gekämpft habe. Tessa weiss das sie sterben wird. Aber sie hat eine Liste, und die gilt es zu erledigen, bevor sie stirbt - auch wenn das Gesetzesübertretungen, Verletzungen und Ärger bedeutet. Schnodderig und dennoch mit großer Sensibilität geschrieben…grade die letzten Kapitel haben mich sehr beeindruckt - die waren wirklich toll geschrieben und haben große Bilder in meinem Kopf erzeugt!

Fee, Schwestern bleiben wir immer - Monika Feth

Donnerstag, 20. März 2008

Ein ganz schönes, schmales Jugendbuch. Eine Schwester bleibt zurück, während die andere mit 19 an einer Krankheit stirbt. Mit ihrem Freund fährt sie nach Schottland um Abstand zu gewinnen: im Gepäck Erinnerungen und die Tagebücher ihrer Mutter. Ein ganz schönes Buch. Traurig aber voller JA zum Leben, sensibel erzählt. Hat mir sehr gefallen.

Brief an D. - Andrè Gorz

Dienstag, 02. Januar 2007

Ein Buch das man irgendwie mit “Fast ganz die Deine” von Sauvageot vergleichen möchte. Sehr kurz, eine Art Liebensbrief und Entschuldigung von Gorz an seine Frau Dorine. Geschrieben als diese sehr krank wurde, ohne Aussicht auf Heilung. Hat ganz wunderbare Aussagen über die Liebe, leider schweift er an 1, 2 Stellen zu sehr in die Beschreibung seiner Arbeit ab und wirkt ein wenig arg selbstverliebt… Der Autor nahm sich zusammen mit seiner Frau 2007 im September das Leben, war ihm ein Leben ohne seine Frau zu unerträglich…da schluckt man schonmal..:-(

Oskar und die Dame in Rosa - Eric-Emmanuel Schmitt

Dienstag, 02. Januar 2007

Wollte schon länger mal was von Schmitt lesen, einfach auch um ihn mal kennenzulernen. War aber etwas skeptisch, gibt es doch richtige Fans von ihm als auch Leute die ihn wirklich nicht mögen - er polarisiert. Dieses Buch aber hat mich ziemlich fasziniert, die direkte Art von Oskar, die skurrilen Ereignisse…besonders betroffen hat mich die Art der Eltern gemacht, mit der Krankheit umzugehen, aber auch wie Oskar ihnen genau das vorwirft. Sehr schwierig. Die letzten 2 Seiten waren dann auch wirklich ..ja..traurig. Trotzdem schön. Bin also sehr positiv überrascht von diesem Buch, wirklich gut & so “richtig”.