Artikel mit ‘Familie’ getagged

Wir tun uns gut: Das Wohlfühlbuch für Schwangere - Jennifer Louden

Sonntag, 21. März 2010

Das dieses hervorragende Buch vergriffen ist, ist sehr, sehr schade. Ich habe einiges an Schwangerschaftsliteratur gelesen, tolle, informative Bücher. Aber die seelische Seite der Schwangerschaft, die Gefühle der Mutter und des werdenden Vaters, alles was da so auf einen einprasselt - das hat mir dieses Buch nahegebracht. Es ist sehr liebevoll geschrieben ohne dabei betulich zu wirken - es ist ein toller Ratgeber, eine beste Freundin, hat viele Anregungen für Übungen, egal ob man durch Schreiben oder andere Hilfsmittel lernt, mit all diesen Veränderungen umzugehen.Ob es jetzt um die Kleiderfrage, die Geburt, die Stimmungsschwankungen, die Einstellung zum eigenen Körper oder Überforderung in den ersten Wochen geht - das Buch geht alle Aspekte an, ohne zu beschönigen, aber auch ohne Horrorvisonen.

Ausserdem hat das Buch Humor und vermittelt einem eine gewisse Gelassenheit und das man mit all dem nicht alleine da steht und schon garnicht verrückt ist…auch wenn sichs manchmal so anfühlt. Für mich bisher das Buch in dem ich am meisten geblättert habe, in dem sehr viele Post-Its stecken, ich wahnsinnig viel angestrichen habe und auch mitgenommen habe.

Ich würde es jeder Freundin zur Schwangerschaft schenken: als Hilfe, als Wegbegleiter, als Idee, als liebevolle Geste! Wer es sich gebraucht besorgen kann, sollte das tun!

Das Haus an der Bunker Street - Helen Garner

Dienstag, 02. März 2010

Klang eigentlich gut - eine “ganz normale” Familie trifft auf eine eher exzentrische Familie, das ganze verstrickt sich, Patchwork ist das Stichwort und die Entwicklungen geraten aus dem Ruder. Es war schnell gelesen, aber so einen richtig bleibenden Eindruck hat es bei mir nicht hinterlassen. Trotzdem sind die Ereignisse gut erzählt und stimmig - vorallem gefällt mir ihre unaufgeregte Art, die Menschen und ihre Beweggründe zu schildern. Ich mochte ja “Das Zimmer” sehr, hier handelt es sich um ein deutlich früheres Werk (1984). Vielleicht lag da meine Erwartungshaltung auch etwas verkehrt.

Süchtig nach dem Sturm - Norman Ollestad

Sonntag, 07. Februar 2010

Ein beeindruckendes Buch, noch mehr wenn man bedenkt, das Ollestad hier eine wahre und vorallem: seine eigene Geschichte erzählt. Wie er mit 11 Jahren als einziger einen Flugzeugabsturz überlebt, das allein ist schon sehr beeindruckend, seine Schilderung, wie er es schafft, in einer Gebirgskette und völlig vereisten Höhen wieder in flachere Gefilde zu gelangen - ein halbes Wunder. Dazwischen erzählt Ollestad von seiner Jugend, die von Sport (Eishockey, Skifahren und Surfen) geprägt war, vorallem durch seinen Vater, der ihn zu all diesen Sportarten ehrgeizig antrieb. Dieses Buch ist also noch mehr: eine Vater-Sohn-Beziehung die ein jähes Ende nimmt, als der Vater beim Absturz ums Leben kommt. Dieses Zusammenspiel und auch die Fragen, die Ollestad aufwirft, ob er durch seine Jugend auf diesen Abstieg vorbereitet wurde, wie wir unsere Kinder vorbereiten können - wie er den Ehrgeiz seines Vaters damals erlebte - das ist packender als so mancher, komplett erfundender Roman.Mich hat er danach jedenfalls noch sehr lange beschäftigt…

Ich empfehle auch hier den http://www.youtube.com/watch?v=jFg-HtYcSXQ bei youtube mit einem Interview des Autors - sehenswert!

Die Maschen der Frauen - Kate Jacobs

Montag, 25. Januar 2010

Der Titel ist leider selten dämlich übersetzt das Original “The Friday Night Knitting Club” spricht mich doch viel mehr an…. Ein echtes Wohlfühl-Sonntags-auf-dem-Sofa-Buch mit tollen Figuren, die zwar teilweise etwas schemenhaft bleiben, aber das tut dem keinen Abbruch. Lässt sich super lesen, hat Herzenswärme und macht total Lust auf Stricken :-D. Und hat mich durch alle Gefühlslagen einmal durchgeschleust von Lachen zu Weinen, diese Geschichte von Georgia Walker, Besitzerin eines Strickladens und ihrer Tochter, die sie alleine großzieht…. Ich finde, sowas braucht es zwischendurch einfach mal! Von aussen hätte ich das dem Buch wirklich nicht zugetraut…Daumen hoch!

Rot wie die Nacht - Daniel Zahno

Dienstag, 19. Januar 2010

Mal wieder ein Buch aus dem Hause weissbooks - ein kleiner, feiner Verlag aus Frankfurt. Hatte Zahno hier mit “Die Geliebte des Gelatiere” schon großen Erfolg, erwartete man dieses Werk mit Spannung.

Ich musste das Buch einige Tage sacken lassen um einen endgültigen Eindruck zu formulieren. Es liest sich schnell und angenehm und erzählt eine Dreiecksgeschichte, von der man von den ersten Zeilen an ahnt, das sie kein gutes Ende nehmen wird. Zahno verzichtet hier auf ausschweifende Beschreibungen und bringt gerade durch die Knappheit sovieles zwischen den Zeilen zur Sprache. Ich schwanke während des Lesens zwischen der Faszination dieser “verbotenen” Liebe, dem Verständnis für die Frau zwischen den zwei Männern und der bangen Frage im Hintergrund - kann das alles gut gehen? Für mich eine Erzählung die tief nachwirkt, die vieles anreisst und noch länger nach dem Lesen im inneren nachbrennen lässt…anders als sein Erstling, dennoch nicht weniger faszinierend!

Geschichte einer Ehe - Andrew Sean Greer

Sonntag, 10. Januar 2010

Eine Dreiecksgeschichte der ganz anderen Art, angesiedelt in den USA der 50ger Jahre. Eine sehr dichte Sprache, unheimliche viele Gedanken, Erinnerungen, wunderschöne, traurig-ziehende Beschreibungen über die Ehe, die Liebe, das Leben. Die Geschichte tritt, obwohl sie wirklich von Anfang an Neugier und Spannung erzeugt, oft etwas in den Hintergrund, aufgrund dieser intensiven Beschreibungen, aber da diese so mitreissen, tut das keinen Abbruch. Ein toller Roman über die Liebe, vielleicht grade für diejenigen, die von der großen, perfekten Liebe mal eine Pause brauchen.

Familienalbum - Jools Oliver

Dienstag, 05. Januar 2010

Ein pinkes Buch, noch dazu von einer sympathischen Frau geschrieben die zufällig mit Jamie Oliver verheiratet ist. Jools beschreibt dort die Zeit ihrer zwei Schwangerschaften und das Leben zu dritt, bzw. zu viert. Das Buch war toll geschrieben, sehr lebensnah und ehrlich, nicht “perfekt” und unecht. Die Olivers wirken wie eine klasse Familie mit den üblichen Sorgen und Nöten, die das Leben aber so nehmen wie es kommt. Ich hatte großen Spaß mit dem Buch, was vorallem auch daran liegt, das man das Gefühl hat, Jools Oliver nach den ersten Seiten zu kennen und das sie über sich selbst und so einigen Unsinn, den sie während der Schwangerschaft anstellt, lachen kann. Bin sehr positiv überrascht, oftmals sind die Bücher der “Stars” ja doch eher seicht - dieses hier nicht!

Es wird mir fehlen, das Leben - Ruth Picardie

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Zu diesem Buch kann ich eigentlich nur sagen, das es mich sehr tief berührt hat. Ruth Picardie war Journalistin, frischgebackene Mutter von Zwillingen und hatte eine so wunderbare Schreibe. Sie nahm den Kampf gegen den Krebs an, schrieb gegen ihn an, schrieb über das Leben mit ihm und die Angst vorm Sterben und das ganze so entwaffnend ehrlich, so berührend, das ich das ganze Buch über immer wieder Tränen wegwischen musste. In diesem Buch sind ihre Kolumnen und viele Mails und Briefe versammelt, die sie in dieser Zeit schrieb. Das Buch hat mich bewegt und ist etwas, was ich immer wieder aus dem Schrank holen werde…

Du stirbst nicht - Kathrin Schmidt

Sonntag, 25. Oktober 2009

Über diesen Roman wurde nach dem Gewinn des Deutschen Buchpreises ja mehr als genug geschrieben. Insgesamt wurde ich nicht enttäuscht – es ist nicht unbedingt meine Genre, aber auch nicht so weit entfernt. Was mir gut gefallen hat, ist das Schmidt ein Randthema oder eher: gleich mehrere davon aufgegriffen hat und es verstanden hat, diese in eine Geschichte zu verweben, die einem noch lange nachhängt. Die Strukturen innerhalb einer Familie und auch die Fallstricke, Ängste und Verlust, das alles wird hier auf ungewöhnliche Weise dargestellt. Auch sprachlich hat Schmidt einige wunderbare Passagen in diesem Roman, interessante Wortschöpfungen und vorallem: glasklare Gedanken, gerade zu Anfang, es ist ausgefeilt. Der Deutsche Buchpreis wurde meiner bescheidenen Meinung nach verdient vergeben!

Himmel und Hölle - Malorie Blackman

Mittwoch, 07. Oktober 2009

In der Welt dieses Buches gibt es zwei Arten von Menschen. Die Alphas und die Zeros. Die Zeros sind Bürger zweiter Klasse, sie haben deutlich weniger Möglichkeiten und Rechte als die Alphas. Sephi ist eine Alpha. Callum ist ein Zero. Beide sind seid ihrer Kindheit befreundet – aber als sie älter werden und aus Freundschaft Liebe entsteht, wird der Druck der Gesellschaft, diese Verbindung zu zerstören immer stärker…

Dieses Buch ist heftig. Die Sprache erinnert zunächst wirklich an ein Jugendbuch, einfach und klar. Ich habe allerdings mehrfach heftig schlucken müssen. Was Blackman hier zunächst sanft und später immer heftiger anprangert, das ist erschreckend realistisch, atemberaubend spannend und für mich wirklich ganz großes Kino. Was ein Buch! Für mich die absolute Empfehlung sowohl für Jugendlich ab 15 aber auch Erwachsene. Blackman hat hier Themen angeschnitten, die uns alle angehen!