Artikel mit ‘Familie’ getagged

Süchtig nach dem Sturm - Norman Ollestad

Sonntag, 07. Februar 2010

Ein beeindruckendes Buch, noch mehr wenn man bedenkt, das Ollestad hier eine wahre und vorallem: seine eigene Geschichte erzählt. Wie er mit 11 Jahren als einziger einen Flugzeugabsturz überlebt, das allein ist schon sehr beeindruckend, seine Schilderung, wie er es schafft, in einer Gebirgskette und völlig vereisten Höhen wieder in flachere Gefilde zu gelangen - ein halbes Wunder. Dazwischen erzählt Ollestad von seiner Jugend, die von Sport (Eishockey, Skifahren und Surfen) geprägt war, vorallem durch seinen Vater, der ihn zu all diesen Sportarten ehrgeizig antrieb. Dieses Buch ist also noch mehr: eine Vater-Sohn-Beziehung die ein jähes Ende nimmt, als der Vater beim Absturz ums Leben kommt. Dieses Zusammenspiel und auch die Fragen, die Ollestad aufwirft, ob er durch seine Jugend auf diesen Abstieg vorbereitet wurde, wie wir unsere Kinder vorbereiten können - wie er den Ehrgeiz seines Vaters damals erlebte - das ist packender als so mancher, komplett erfundender Roman.Mich hat er danach jedenfalls noch sehr lange beschäftigt…

Ich empfehle auch hier den http://www.youtube.com/watch?v=jFg-HtYcSXQ bei youtube mit einem Interview des Autors - sehenswert!

Die Maschen der Frauen - Kate Jacobs

Montag, 25. Januar 2010

Der Titel ist leider selten dämlich übersetzt das Original “The Friday Night Knitting Club” spricht mich doch viel mehr an…. Ein echtes Wohlfühl-Sonntags-auf-dem-Sofa-Buch mit tollen Figuren, die zwar teilweise etwas schemenhaft bleiben, aber das tut dem keinen Abbruch. Lässt sich super lesen, hat Herzenswärme und macht total Lust auf Stricken :-D. Und hat mich durch alle Gefühlslagen einmal durchgeschleust von Lachen zu Weinen, diese Geschichte von Georgia Walker, Besitzerin eines Strickladens und ihrer Tochter, die sie alleine großzieht…. Ich finde, sowas braucht es zwischendurch einfach mal! Von aussen hätte ich das dem Buch wirklich nicht zugetraut…Daumen hoch!

Rot wie die Nacht - Daniel Zahno

Dienstag, 19. Januar 2010

Mal wieder ein Buch aus dem Hause weissbooks - ein kleiner, feiner Verlag aus Frankfurt. Hatte Zahno hier mit “Die Geliebte des Gelatiere” schon großen Erfolg, erwartete man dieses Werk mit Spannung.

Ich musste das Buch einige Tage sacken lassen um einen endgültigen Eindruck zu formulieren. Es liest sich schnell und angenehm und erzählt eine Dreiecksgeschichte, von der man von den ersten Zeilen an ahnt, das sie kein gutes Ende nehmen wird. Zahno verzichtet hier auf ausschweifende Beschreibungen und bringt gerade durch die Knappheit sovieles zwischen den Zeilen zur Sprache. Ich schwanke während des Lesens zwischen der Faszination dieser “verbotenen” Liebe, dem Verständnis für die Frau zwischen den zwei Männern und der bangen Frage im Hintergrund - kann das alles gut gehen? Für mich eine Erzählung die tief nachwirkt, die vieles anreisst und noch länger nach dem Lesen im inneren nachbrennen lässt…anders als sein Erstling, dennoch nicht weniger faszinierend!

Geschichte einer Ehe - Andrew Sean Greer

Sonntag, 10. Januar 2010

Eine Dreiecksgeschichte der ganz anderen Art, angesiedelt in den USA der 50ger Jahre. Eine sehr dichte Sprache, unheimliche viele Gedanken, Erinnerungen, wunderschöne, traurig-ziehende Beschreibungen über die Ehe, die Liebe, das Leben. Die Geschichte tritt, obwohl sie wirklich von Anfang an Neugier und Spannung erzeugt, oft etwas in den Hintergrund, aufgrund dieser intensiven Beschreibungen, aber da diese so mitreissen, tut das keinen Abbruch. Ein toller Roman über die Liebe, vielleicht grade für diejenigen, die von der großen, perfekten Liebe mal eine Pause brauchen.

Familienalbum - Jools Oliver

Dienstag, 05. Januar 2010

Ein pinkes Buch, noch dazu von einer sympathischen Frau geschrieben die zufällig mit Jamie Oliver verheiratet ist. Jools beschreibt dort die Zeit ihrer zwei Schwangerschaften und das Leben zu dritt, bzw. zu viert. Das Buch war toll geschrieben, sehr lebensnah und ehrlich, nicht “perfekt” und unecht. Die Olivers wirken wie eine klasse Familie mit den üblichen Sorgen und Nöten, die das Leben aber so nehmen wie es kommt. Ich hatte großen Spaß mit dem Buch, was vorallem auch daran liegt, das man das Gefühl hat, Jools Oliver nach den ersten Seiten zu kennen und das sie über sich selbst und so einigen Unsinn, den sie während der Schwangerschaft anstellt, lachen kann. Bin sehr positiv überrascht, oftmals sind die Bücher der “Stars” ja doch eher seicht - dieses hier nicht!

Es wird mir fehlen, das Leben - Ruth Picardie

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Zu diesem Buch kann ich eigentlich nur sagen, das es mich sehr tief berührt hat. Ruth Picardie war Journalistin, frischgebackene Mutter von Zwillingen und hatte eine so wunderbare Schreibe. Sie nahm den Kampf gegen den Krebs an, schrieb gegen ihn an, schrieb über das Leben mit ihm und die Angst vorm Sterben und das ganze so entwaffnend ehrlich, so berührend, das ich das ganze Buch über immer wieder Tränen wegwischen musste. In diesem Buch sind ihre Kolumnen und viele Mails und Briefe versammelt, die sie in dieser Zeit schrieb. Das Buch hat mich bewegt und ist etwas, was ich immer wieder aus dem Schrank holen werde…

Du stirbst nicht - Kathrin Schmidt

Sonntag, 25. Oktober 2009

Über diesen Roman wurde nach dem Gewinn des Deutschen Buchpreises ja mehr als genug geschrieben. Insgesamt wurde ich nicht enttäuscht – es ist nicht unbedingt meine Genre, aber auch nicht so weit entfernt. Was mir gut gefallen hat, ist das Schmidt ein Randthema oder eher: gleich mehrere davon aufgegriffen hat und es verstanden hat, diese in eine Geschichte zu verweben, die einem noch lange nachhängt. Die Strukturen innerhalb einer Familie und auch die Fallstricke, Ängste und Verlust, das alles wird hier auf ungewöhnliche Weise dargestellt. Auch sprachlich hat Schmidt einige wunderbare Passagen in diesem Roman, interessante Wortschöpfungen und vorallem: glasklare Gedanken, gerade zu Anfang, es ist ausgefeilt. Der Deutsche Buchpreis wurde meiner bescheidenen Meinung nach verdient vergeben!

Himmel und Hölle - Malorie Blackman

Mittwoch, 07. Oktober 2009

In der Welt dieses Buches gibt es zwei Arten von Menschen. Die Alphas und die Zeros. Die Zeros sind Bürger zweiter Klasse, sie haben deutlich weniger Möglichkeiten und Rechte als die Alphas. Sephi ist eine Alpha. Callum ist ein Zero. Beide sind seid ihrer Kindheit befreundet – aber als sie älter werden und aus Freundschaft Liebe entsteht, wird der Druck der Gesellschaft, diese Verbindung zu zerstören immer stärker…

Dieses Buch ist heftig. Die Sprache erinnert zunächst wirklich an ein Jugendbuch, einfach und klar. Ich habe allerdings mehrfach heftig schlucken müssen. Was Blackman hier zunächst sanft und später immer heftiger anprangert, das ist erschreckend realistisch, atemberaubend spannend und für mich wirklich ganz großes Kino. Was ein Buch! Für mich die absolute Empfehlung sowohl für Jugendlich ab 15 aber auch Erwachsene. Blackman hat hier Themen angeschnitten, die uns alle angehen!

Zeit deines Lebens - Cecilia Ahern

Mittwoch, 09. September 2009

Ich mag kitschige Bücher. Doch, durchaus. Ich hab auch was für große Gefühle übrig. Für Liebe. Für Freundschaft. Aber trotzdem hat mich die neue Ahern wirklich kaum berührt. Dieses Buch ist so dermaßen voll mit übersättigten Sätzen, das es schade drum ist. Wenn jede Kleinigkeit so übertrieben mit Metaphern und Vergleichen beladen wird, kommt man kaum hinterher, mit dem Kopfkino. Ich habe alle Aherns gelesen, ich mag ihre beiden ersten Bücher (P.S. Ich liebe dich & Für immer vielleicht) wirklich gern. Danach gleitet Ahern für mich ins magisch-esoterisch angehauchte ab und ich hab sie zwar gelesen, aber es hat für nenn netten Nachmittag gerreicht, mehr nicht. In diesem Buch konnte ich am allerwenigsten irgendwas spüren. Das Thema - Lebe dein Leben, solange Du Zeit dafür hast, kümmere Dich um Familie, Freunde, stell den Job hinten an, schau mal nach links und nach rechts - das hätte was ganz großes werden können. Wenn es nur nicht so unglaublich offensichtlich gewesen wäre. Die Handlung läßt sich in diesem einen Satz zusammenfassen. Und alles drumherum, auch Figuren und Schauplätze, wurden einfach nicht warm mit mir. Ich habe ein wenig das Gefühl, ein Buch zu lesen, das als Film ein netter Weihnachtsfilm wäre, den man gerne einmal anschaut. Aber ich möchte kein Drehbuch lesen, sondern einen Roman.

Das Gegenteil von oben - Oliver Uschmann

Sonntag, 30. August 2009

Man kennt diesen Autor eigentlich von der “Hartmut und Ich” -Reihe. Als ich las, das er ein Jugendbuch geschrieben hat, musste ich es haben. Und ich sage: endlich mal ein  Jugendbuch, das aktuelle Themen wie Kindesentführung/Mißbrauch, Stalking, Zocken behandelt, den moralischen Zeigefinger weglässt und trotzdem zum Nachdenken anregt. Fabelhafte Schullektüre wäre das! Dennis hat ein etwas schräges Hobby - er beobachtet Leute im Hochhaus gegenüber mit dem Fernglas. Allerdings geht er noch einen Schritt weiter: er verschickt Codes, kleine Nachrichten an die Leute im Haus gegenüber, wenn diese sich streiten, Sudokus an die einsame Dame von gegenüber… Am liebsten beobachtet er allerdings die Hausmeisterfamilie, die so harmonisch wirkt - Dennis vermisst seinen Vater, von dem seine Mutter fast nie spricht.

Als sich im Haus gegenüber etwas verändert, wird Dennis stutzig.  Beobachtet er grade ein Verbrechen? Oder gibt es für alles einfache Erklärungen? Die Ereignisse im anderen Turm bringen sein Leben gehörig durcheinander und ja - Dennis muss auch ein Leben selbst in die Hand nehmen und es verändern.

Klasse Jugendbuch, toll geschrieben, spannend bis zum Schluss!